25.05.2017

Die Zukunft der Alpen

Bild: Florian von Brunn
Florian von Brunn
Der Münchner Landtagsabgeordnete Florian von Brunn ist in der SPD-Fraktion der Experte für alle Fragen im Zusammenhang mit der konzeptionellen Fortentwicklung des Alpenraums. Ganz aktuell bewirbt er sich auch für das Amt des Landesvorsitzenden seiner Partei in Bayern. Seit 2013 ist er Landtagsabgeordneter und ist Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Grund genug, dass viele Parteifreunde seiner Einladung zu einem Vortrags- und Diskussionsabend in das Gasthaus „Neuhaus“ gefolgt waren. Da die Entwicklung des Alpenraums ganz besonders auch Probleme des Naturschutzes und der landwirtschaftlichen Entwicklung betrifft, waren auch für den Bund Naturschutz der Berchtesgadener Ortsvorsitzende Paul Grafwallner und als Vertreter der Landwirtschaft der Bezirksobmann des Bauernverbandes, Kaspar Stanggassinger sowie für den Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) deren Kreisvorsitzender Albert Aschauer aus Laufen gekommen.
Grundlage für das politische Handeln im Alpenraum ist nach dem Bayerischen Alpenplan von 1972 vor allem die 1989 auf der ersten Alpenkonferenz in Berchtesgaden vereinbarte Alpenkonvention. Die Landtags-SPD hat dazu unter Federführung von Florian von Brunn ganz aktuell ein Positionspapier unter dem Titel „Zukunft Alpen: Sozialdemokratische Perspektiven“ entworfen, in dem sie aufzeigt, wie aus Sicht der SPD die wirtschaftliche Entwicklung, der Wohlstand und der Schutz der Alpen miteinander vereinbar sind. Die wichtigsten Forderungen sind dabei zunächst die Entwicklung eines naturfreundlichen Ganzjahrestourismus unter dem Motto: "Immer mehr Menschen wollen keinen Ballermann in den Bergen, sie suchen Naturerlebnisse und Erholung". Daraus ableitend wird gefordert, Städte und Gemeinden bei der Entwicklung von Schlechtwetterangeboten wie Schwimmbädern und Kultureinrichtungen besser zu unterstützen. Wohlstand und der Schutz der Alpen sind aus sozialdemokratischer Sicht vereinbar. Nötig dazu sind eine bessere Unterstützung sowie eine nachhaltige Entwicklung von Handwerk, Gewerbe und regionaler Produktion. Dazu kommen die Forderungen nach Verbesserung der Infrastruktur mit Breitbandausbau sowie einer Verkehrswende hin zu mehr umweltfreundlichem öffentlichen Verkehr.
Florian von Brunn erläuterte diese Forderungen sehr anschaulich mit praktischen Beispielen und befasste sich dann ausführlich und kritisch mit der Problematik des zu hohen Flächenerbrauchs und der zunehmenden versiegelung im Alpenraum. Die jüngsten Beschlüssen der bayerischen Staatsregierung zur Auflockerung des Anbindegebots sind kontraproduktiv zu der noch im Landesentwicklungsplan angestrebten Verdichtung von Ortskernen und werden ganz fatal die Tendenz zu noch mehr Flächenverbrauch verstärken. Der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger griff dieses Thema in der Diskussion auf und stellte die Frage, wie bei der Ausweisung von Bauland eine vernünftige Lösung gefunden werden kann, um das immer drängendere Problem von fehlendem, bezahlbaren Wohnraum zu lösen. Hier verwies der Abgeordnete darauf, dass unabhängig vom Bereitstellen von Bauland vor allem staatliche Investitionen nötig sind, um Bauen in diesem Sektor wieder attraktiv zu machen und so für eine rasche Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen.
Kaspar Stanggassinger belegte mit bedrückenden Zahlen, wie sich die Lage der Landwirtschaft im alpinen Raum verschlechtert hat. Von ursprünglich einmal 240 Milchlieferanten gibt es heute im südlichen Landkreis nur noch 130. Die Almabauern sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass unsere durch Bauernhand geschaffene Kulturlandschaft auch künftig erhalten werden kann. Statt unsinniger Forderungen nach dem Bau von Laufställen, die von den Bauern finanziell nicht geschultert werden können, sei es viel mehr nötig, die Milchviehhaltung künftig mit Prämien am Leben zu halten. Albert Aschauer vom BDM unterstützte diese Forderung und wies auf die beängstigende Entwicklung des Höfesterbens in ganz Bayern hin.
Auch Florian von Brunn stimmte dieser Kritik zu und stellte fest, dass die Landwirte im Alpenraum allgemein wegen der ungünstigen Lage Konkurrenznachteile haben. Höfesterben bedeutet aber auch eine Gefahr für die Natur- und Artenvielfalt, eine extensive Bewirtschaftung von Bergwald uns Almen verringert die Risiken von Lawinen und Bodenerosion.



zurück
Termine
18.10.2017 19.00 h
Perspektiven der landwirtschaftlichen Entwicklung im alpinen Raum

Öffentliche Diskussion mit der SPD-Europaabgeordneten Maria Noichl
Mehr Infos...
Wahlkreuz
Wahlergebnisse für Landrats- und Kreistagswahl im Berchtesgadener Land
Wahlergebnisse BGL

Dr. Bärbel Kofler

Dr. Bärbel Kofler
Unsere Bundestagsabgeordnete - Für Sie in Berlin!

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

SPD-Kreisverband Berchtesgadener Land

Dr. Herbert Kränzlein

Dr. Herbert Kränzlein
Unser Landtagsabgeordneter - Für Sie in München!

Maria Noichl

Maria Noichl
Unsere Europaabgeordnete - Für Sie in Brüssel!