18.12.2013

Gewerbesicherheit vor Mitmenschlichkeit?

Wir leben in einem christlich geprägten Land. Wir sind zu Recht stolz auf unseren demokratischen Rechts- und Sozialstaat. Und es gibt sogar eine Partei, die das „C“ und das „S“ in ihrem Parteinamen trägt. „Christlich“ steht bekanntlich für Nächstenliebe, „sozial“ für Solidarität und Hilfsbereitschaft. Und eben diese Partei in Bischofswiesen scheint sich dieser Verantwortung nicht bewusst zu sein. Denn genau diese Eigenschaften sind nun gefragt, wenn es um die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus Syrien und Afghanistan geht, die sich zum Teil mit ihren Kindern vor Hunger, Krankheit und Todesgefahr in Sicherheit begeben – in eines der reichsten Länder dieser Erde. Somit sind wir alle aufgerufen, als Demokraten, als Christen, als den Menschenrechten verpflichteten Mitbürger einfach nur zu helfen.
Umso erstaunlicher ist es daher, dass die Gemeinde versucht, nach dem St.-Florians-Prinzip vorzugehen: Wir würden ja gerne helfen, aber gerade hier im ehemaligen Hotel Almrausch geht’s gar nicht! Angeblich aus baurechtlichen Gründen, um das Gewerbe zu schützen! Hier verschieben sich offensichtlich fundamental die Werte: Mitmenschlichkeit rangiert hinter gewerblichen Interessen! Auch die Solidarität gegenüber dem Landkreis und den anderen Gemeinden lässt zu wünschen übrig. Weiters wird argumentiert, dass eine Sammelunterkunft mit bis zu 80 Asylsuchenden Integration unmöglich mache. Richtig dagegen ist: Integration wird dann verdammt schwierig, wenn wichtige Repräsentanten der Gemeinde den Eindruck vermitteln, man wolle die Flüchtlinge unter keinen Umständen bei uns haben. Dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn auch Teile der Bevölkerung eine ablehnende oder gar feindselige Haltung an den Tag legen.
Besinnen wir uns daher auf unsere Fähigkeit zur Gastfreundschaft, zum Mitgefühl und letztendlich zur Humanität. Was wäre wohl passiert, wenn unsere Großelterngeneration gerade in Bischofswiesen und Winkl mit derselben Ignoranz in einer ungleich schwierigeren Zeit den Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland oder aus Schlesien die Aufnahme verweigert hätten? Damals allerdings nicht 80, sondern weit mehr als das Zehnfache an Hilfesuchenden!

Josef Angerer ,
Gemeinderat Bischofswiesen
Grubenweg ?
83483 Bischofswiesen




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