Wir machen ehrliche Politik und bauen keine Luftschlösser: Bürgermeisterkandidat Sepp Angerer präsentiert das Programm der SPD-Bürgerliste Bischofswiesen

23. Februar 2026

„Sollte ich zum Bischofswieser Bürgermeister gewählt werden, werde ich zunächst einen Kassensturz und eine Priorisierung anstehender Investitionen vornehmen“, kündigte Sepp Angerer auf einer Programmsitzung der Kandidatinnen und Kandidaten der SPD-Bürgerliste an. „Grundlage dafür sind die mittelfristige Finanzplanung und die Dringlichkeit der Projekte!“

Burgergraben 2026
Hier in der Strub „Am Burgergraben“ werden in Kürze 131 neue bezahlbare Wohnungen entstehen. Darüber freuen sich Bürgermeisterkandidat Sepp Angerer und Landratskandidat Roman Niederberger und die Delegation der SPD-Bürgerliste v.l.n.r.: Hansi Fendt, Christian Metzenleitner, Hans Metzenleitner, Annika Kauven, Dieter Schäfer, Sepp Angerer, Roman Niederberger, Ines Hintermayer

Natürlich müsse auch weiterhin investiert werden, aber so, dass sich der hohe Schuldenstand von gut 25 Millionen Euro nicht weiter erhöht. „Die Schulden haben sich in nur wenigen Jahren verdoppelt, der Schuldendienst aus Zinsen und Tilgung bewegt sich auf die 2 Millionen Euro zu, die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 4 000 Euro, darauf müssen der kommende Bürgermeister und der neu gewählte Gemeinderat reagieren“, mahnte der Kandidat. Natürlich gehe dies vor allem auf den Neubau der Mittelschule zurück und er sei sehr froh, dass Bischofswiesen dies umgesetzt hat.

Doch jetzt müsse erst einmal behutsamer vorgegangen werden. Denn Sorge bereiteten ihm die Kanäle in der Strub und der Stanggass, die dringend sanierungsbedürftig sind, die man aber bisher im Haushalt stets nach hinten geschoben habe. Er als Bauunternehmer wisse zwar sehr genau, wie wichtig weitere bezahlbare Wohnungen seien, er wisse aber halt auch, dass zuvor eine funktionierende Infrastruktur bereitgestellt werden müsse. Unter den aktuellen haushalterischen Gegebenheiten, aber auch der ungewissen wirtschaftlichen Situation im Lande müssten daher derzeit einige Wünsche zurückgestellt werden. Allein um die Kanäle und den Gemeindeanteil am Hochwasserschutzprojekt rund um Winkl zu finanzieren, werden weit über 10 Millionen Euro benötigt. Hinzu komme die Sanierung der beiden Schulhöfe, die ebenfalls an die 2 Millionen Euro benötige.

„Unter diesen Voraussetzungen kann derzeit nicht an den Neubau eines Gemeindezentrums gedacht werden und auch die weitere durchaus wichtige Ortskernentwicklung muss mit Augenmaß und scharfem Blick auf den Haushalt weiterentwickelt werden. Erst die Pflichtaufgaben erledigen, und dann die Kür!“ forderte Angerer und erhielt dafür viel Zustimmung.

Weiter am Ball bleiben müsse man aber beim Ausbau der Radwege, da diese dringend notwendig wären und nur zu einem geringeren Anteil über den Gemeindehaushalt zu finanzieren seien. Er dankte in diesem Zusammenhang seinem Gemeinderatskollegen Hans Metzenleitner, der zusammen mit den anderen Fraktionssprechern im Gemeinderat wichtige Vorgespräche und Vorplanungen initiiert hat. Die Kanalbaumaßnahme in der Stanggass vorzuziehen hätte auch den Vorteil, im Rahmen dieser Baumaßnahme einen ordentlichen Geh- und Radweg zu errichten. Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor.

Ein großes Anliegen ist Angerer und seinen Kandidatinnen und Kandidaten das Betreuungsthema. Eine gute – und wie er ausdrücklich betont – für alle leistbare Kinder- und Schülerbetreuung ist nicht nur für die jungen Familien von hoher Bedeutung, sondern für den Nachwuchs selbst. Denn Betreuung in Kitas und offener Ganztagsschule bedeute zugleich kognitive und soziale Förderung. „In diesem Bereich darf nicht gespart werden“, forderte der Familienvater von vier Töchtern. Schließlich ging er noch auf die älter werdende Gesellschaft ein. Ziel müsse sein, dass Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können. Daher gelte es in enger Kooperation mit den Nachbargemeinden und dem Landkreis den Verein „Generationen Füreinander“ ebenso wie ambulante Pflegeeinrichtungen in ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen. Natürlich müsse auch bei der stationären Pflege nachgesteuert werden, da das Augustinum allein den Bedarf an Pflegeplätzen im südlichen Landkreis auf Dauer nicht abdecken könne.

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